Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".
Tamara Arthofer ist Leiterin des Sport-Ressorts der "Wiener Zeitung".

Die Aufregung ist ja eine Disziplin für sich geworden, in der Politik genauso wie im Sport, auf Social Media sowieso. Im Fußball ist es der Videobeweis, kurz VAR genannt, der für hitzige Diskussionen sorgt. Von seiner Ursprungsidee (kurz: Wann ist ein Tor ein Tor?) ist nur noch wenig übrig, und die Regelnachschärfungen im Sommer konnten die Aufregung nicht ersticken - eher im Gegenteil. Jetzt vergeht erst recht keine Woche, in der nicht irgendwo über den VAR gestritten wird.

Etwas skurrile Blüten trieb die Aufregung am Montag, als in Griechenland Aufnahmen quasi aus dem Maschinenraum publik und im Internet viral wurden.

Der Grund: Das VAR-Team hatte sich während der Partie Lamia gegen Panathinaikos (1:1) Souvlaki liefern lassen. Griechischer Wein war dem Vernehmen nach keiner dabei, dennoch war die Empörung groß. "Stellt euch vor, in diesem Moment würde ein umstrittenes Tor fallen" und "schöner Anfang mit Souvlaki statt Fußball", schrieben Fans auf diversen Plattformen; mancherorten war von einem Souvlaki-Gate die Rede.

Die Optik ist natürlich verheerend, der eigentliche Grund für die Empörung aber ein tieferliegender - nämlich die grundsätzliche Unzufriedenheit und Unsicherheit, wann, wieso und in welchem Umfang der VAR eingesetzt werden soll - ohne dass er dabei der gewachsenen Tradition des Fußballs zuwiderläuft.

Für Hands hatten es die Regelhüter im Sommer etwa so probiert: Handspiel ist es dann, wenn die Hand im Spiel ist.

Doch damit hat man es sich offensichtlich ein wenig zu einfach gemacht. Denn manchmal sind es die nur vermeintlich simplen Dinge, die große Aufregung entfachen. Die nach Souvlaki hungernden Referees können ein Lied davon singen.