Der ORF hat mit den Locations seiner "Sommergespräche" wenig Glück. Immer wieder kommt es zu akustischen Unwägbarkeiten, die in einer Störung resultieren. Am Montag musste SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner gegen einen laut im Hintergrund trötenden Elefanten ansprechen. Dabei handelte es sich jedoch nicht um Tierschreie aus dem Tiergarten Schönbrunn, sondern um eine Werbeaktion eines Getränkeherstellers, den wir für seine dubiose Aktion hier nicht auch noch mit einer Namensnennung adeln wollen. Man fuhr einfach mit einem Lautsprecher ans Gelände und ließ dem Getröte aus der Konserve freien Lauf.

Das erinnert an die zumindest akustisch legendären Sommergespräche, bei denen der damalige ÖVP-Chef Michael Spindelegger gegen die Glocken des Salzburger Domes anreden musste, woraufhin das Büro des Bundeskanzlers Werner Faymann vom ORF forderte, jede Ente einzeln aus dem an den Drehort angrenzenden Teich zu fischen, auf dass der Kanzler nicht am Ende überquakt werde. So etwas lenkt ja auch von den sicher sehr gehaltvollen Inhalten ab, die in diesen Gesprächen gemeinhin kommuniziert werden. Man darf gespannt sein, wie der ORF nun verhindern will, dass bei Sebastian Kurz getrötet wird. Warum die "Sommergespräche" überhaupt im Freien stattfinden und man sie nicht einfach in einem Studio macht, wie sonst auch, ist ohnehin unverständlich. Die Lockerheit, die so suggeriert werden soll, wird durch die akustische Unsicherheit aufgehoben. Wozu also?