Die "Simpsons" sind nicht nur eine Serie. Die Cartoon-Episoden rund um den frechen Bart, seinen rülpsenden Vater Homer, seine leidgeprüfte Mutter Marge und nicht zu vergessen seine viel zu intelligente Schwester Lisa sind seit vielen Jahren ein zuverlässiger Zeitgeist-Anzeiger. Und die gelben "Simpsons" haben jede Menge Zeit für Zeitgeist gehabt, immerhin startet in Kürze die
31. Staffel. Das ist zwar noch weit entfernt von Spitzenreitern wie der Serie "General Hospital", die es auf 55 Staffeln gebracht hat. Aber während man da höchstens an den Frisurentrends die Jahre ins Land ziehen sieht, kann man bei den "Simpsons" allein schon durch ihre prominenten Gaststars jede Staffel zeitlich einordnen.

Die Episoden handeln Themen ab, an denen die Gesellschaft zu jener Zeit laborierte - von Waffen in Kinderhand bis zu homosexuellen Eheschließungen. Aber auch abseits der Serienfolgen sind die Serienmacher am Puls der Zeit. So haben sie kürzlich beschlossen, dass jene Episode, in der Michael Jackson als er selbst auftritt, in den USA nicht mehr ausgestrahlt werden darf. Eine Folge der Doku, die erneut Vorwürfe des Kindesmissbrauchs aufbrachte. Gegen eine andere Zeitgeisterscheinung haben sich Matt Groening und Co nun aber gewehrt: Kritiker hatten gefordert, dass die beliebte Figur Apu aus der Serie geschrieben werde, weil er rassistische Klischees bediene. Diese Kritiker haben die Serie nicht wirklich verstanden: Wird doch dort jede Figur klischeehaft überzeichnet - und das mit gutem Grund.