Es soll schon vorgekommen sein, dass sich hochkarätige Fußballer ihren Transfer erstreikt haben. Einer der höchstkarätigen, Lionel Messi, hat das offenbar gar nicht nötig, sollte er daran denken, den FC Barcelona vor Ablauf seines bis 2021 gültigen Vertrages zu verlassen. Laut einem "El País"-Bericht ist darin zwar eine Ablösesumme von 700 Millionen Euro festgeschrieben, aber genauso eine einseitige Ausstiegsklausel im kommenden Jahr. Teamkollege Gerard Piqué bestätigt zwar den Bericht, bleibt aber gelassen. "Wir kennen alle Leos Verbundenheit zu Barcelona, da habe ich überhaupt keine Sorge. Er hat es sich verdient, selbst über seine Zukunft entscheiden zu können."

Offenbar will Messi aber nicht nur auf seine eigene Zukunft, sondern auch auf jene des Klubs Einfluss nehmen. Denn ihm gehe es gar nicht um eine mögliche einseitige Aufkündigung des Arbeitsverhältnisses, sondern vielmehr darum, Druck auf die Vereinsleitung bei Einkäufen auszuüben.

Messi, der heimliche Sportdirektor also? Nun ja, bei Neymar, den er angeblich gerne wieder in Barcelona gesehen hätte - wiewohl der Abschied kein freundlicher war -, ist ihm das nicht gelungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er seinen Lebensklub vorzeitig mit einem Wechsel zu einem anderen europäischen Verein oder in Richtung Asien verlässt, ist dennoch verschwindend gering. Und eine Abschiedstour bei den Newell’s Old Boys in seiner Heimatstadt Rosario, die Messi für die Zukunft schon angedeutet hat, würde man ihm in Barcelona wohl verzeihen. Eine spätere Rückkehr nach Barcelona ist freilich nicht ausgeschlossen. Dann wohl nicht mehr nur als heimlicher Sportdirektor.