Seit einigen Saisonen sind Maxiröcke in Mode. Die Lurchfamilie in der Wohnung freut sich, denn in diesen bodenlangen Röcken kann sie ganz hervorragend per Anhalter mitreisen. Aber auch muslimische Frauen erfreut der Trend, denn diese Röcke, die ihren Kleidervorschriften entsprechen, können sie in ganz normalen Modeketten erstehen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. "Modest Fashion" nennt man diesen Zweig der Fashion-Industrie, also "zurückhaltende Mode", die sich langsam im Mainstream etabliert: mit längeren Säumen, höher geschlossenen Ausschnitten und blickdichten Stoffen. Luxuslabels stoßen schon seit einiger Zeit in die Nische vor. Dolce & Gabbana hat bereits vor drei Jahren eine Hijab-Kollektion herausgebracht. Chanel, Versace, Burberry und andere ziehen nach. Es geht aber auch subtiler: Mitunter hat man bei der Lektüre von Trendheften den Eindruck, dass veränderte Bedürfnisse und eine veränderte Nachfrage sich auch auf letzte Schreie auswirken. So soll es laut "Instyle" der heiße Scheiß sein, ein Kopftuch und einen Hut gleichzeitig zu tragen - so, dass keine Haare zu sehen sind. Eine interessante Entwicklung, wie Märkte, einschlägige Medien und Influencer hier offenbar im Einklang auf diffuse Strömungen reagieren.

Schön wäre dabei, wenn diese Kleidung - ob von Muslimas oder Andersgläubigen - getragen wird, weil sie einem gefällt. "Modest Fashion" sollte einem nur zu denken geben, wenn es plötzlich nur noch Maxiröcke gibt - und keine Miniröcke mehr.