Es wäre eine der größten Sensationen in der jüngeren Sportgeschichte - und seine Bedeutung könnte vielleicht sogar darüber hinausreichen. Nachdem Kim Clijsters, vierfache Grand-Slam-Siegerin, ehemalige Nummer eins der Welt, seit sieben Jahren aber Vollzeitmutter, am Donnerstag angekündigt hatte, im kommenden Jahr wieder auf die Damen-Tennis-Tour zurückkehren zu wollen, rätselt die Szene über das mögliche Leistungsniveau der 36-Jährigen.

Ein Comeback wie 2009, als sie nach zwei Jahren Pause, der Geburt ihres ersten Kindes sowie nach vier Wochen Profitennis erneut die US Open gewann und später die Weltranglistenspitze erklomm, ist freilich unwahrscheinlich. Dass man mit Ende 30 noch nicht unbedingt reif für die Tennispension ist, beweisen aber Spieler und Spielerinnen wie Roger Federer und Serena Williams. Und dass gerade die Damentour etliche Unwägbarkeiten bereit hält, lässt es nicht unrealistisch erscheinen, dass auch Clijsters sportlich wieder eine gute Figur abgeben kann. Alleine bei den jüngsten zwölf Majors gab es elf verschiedene Siegerinnen.

Noch ist freilich vieles zu offen für Prognosen. Clijsters weiß nicht, bei welchen Turnieren sie antreten will, auch ob die Comeback-Pläne für Einzel und Doppel oder nur für eines der beiden gelten, ist unklar. Doch in Wahrheit ist es auch egal, ob und wie viele Turniere die Belgierin eventuell gewinnen kann. Das wurde schon bei ihrer Ankündigung klar. Sie habe es geliebt, die vergangenen Jahre Vollzeitmutter zu sein, sagte sie in einer Videobotschaft. "Aber ich liebe es auch, Profisportlerin zu sein. Wie wäre es, wenn ich beides versuchen würde?" Ja, wie wäre es? Eigentlich sollte es nämlich keine Sensation sein.