Als Produktdesigner hat man heute auch kein leichtes Leben. Zu scharf darf etwas nicht sein - weil Verletzungsgefahr. Zu rosa darf etwas nicht sein - weil Gendermainstream, böse. Keine Muster, die man nicht zwölfmal gegengecheckt hat, weil sich womöglich jemand im Namen eines beliebigen Ureinwohners auf den Schlips getreten fühlt. Apple hat jetzt feststellen müssen, dass man auch noch ganz andere Problemfelder aufreißen kann. Das neueste iPhone-Modell soll nämlich Menschen einschüchtern, die unter Trypophobie leiden. Das ist die Angst vor kleinen Löchern.

Das iPhone 11 hat auf der Rückseite drei Kameraobjektive, ein Mikrofon und eine Taschenlampe. Das sind gleich fünf kleine Löcher auf einem nicht einmal A5-großen Gerät. Nur ein Blatt Emmentaler kann einen noch mehr aus der Fassung bringen als das. Womöglich serviert von einer Kellnerin in Netzstrumpfhose.

Das war natürlich ganz schön fahrlässig von einem Weltkonzern wie Apple. So was hätte man schon vorab abklären müssen. Das Gerät hat ja auch keine Clownsnase aus Rücksicht auf alle Coulrophobiker und enthält keine Erdnussbutter aus Rücksicht auf alle Arachibutyrophobiker (Angst, dass Erdnussbutter am Gaumen kleben bleibt). Ein wenig nachlässig ist, dass sich im Portfolio der Smartphone-Emojis nach wie vor Wasservögel befinden, wo doch jeder weiß, dass das für Anatidaephobiker eine ziemliche Herausforderung ist. Die Angst, von Enten beobachtet zu werden, sollte wirklich nicht unterschätzt werden.