Von den 50 Scouts, die am Dienstagabend in der Salzburger Bullen-Arena den Kickern auf die Beine gesehen haben, dürften sich nur die wenigsten ihn überhaupt leisten können: Erling Braut Haaland ist spätestens nach seinem fulminanten Champions-League-Einstand gegen Genk per Triplepack eine der heißesten Aktien auf der internationalen Spielerbörse. Die Ablösesumme von gut fünf Millionen Euro, die der heimische Serienmeister im Winter an Molde FK überwiesen hat, dürfte sich schon bald verzehnfachen - und wenn die Entwicklung des 19-Jährigen so weitergeht, dann könnte er auch einmal in Sphären von Liverpool-Star Sadio Mané vorstoßen, der als prominentester Ex-Salzburger bei einem aktuellen Marktwert von 120 Millionen Euro hält.

Wer dem norwegischen Supertalent zusieht, merkt sehr rasch dessen außergewöhnliche Fähigkeiten: Trotz 90 Kilogramm und 1,94 Meter Körpergröße ist er extrem antrittsschnell, er hat einen unwiderstehlichen Zug zum Tor und - das Allerwichtigste - er trifft auch. Seine Vollstreckerqualitäten hat Haaland heuer schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt mit bisher 17 Toren in 9 Pflichtspielen. Die an Hermann Maier erinnernden Attribute nach der Königsklassen-Gala ("Torbestie", "Naturgewalt", "Ungeheuer") treffen insofern nicht ganz zu, als der zweifache norwegische Teamspieler im Mannschaftsgefüge als veritabler Spaßvogel und umgänglicher Kamerad gilt, der dann im Match stets ein Auge für den freien Mitspieler hat. "Er ist auch ein guter Mensch", sagt daher sein Trainer Jesse Marsch. Am Salzburg-Coach wird es nun liegen, dass sich der Rohdiamant nicht vom Glanz der großen Fußballbühne blenden lässt und womöglich den Weg so vieler vielversprechender Kicker nimmt, die dann doch nicht so groß wurden, wie ihr Talent war.