Man könnte meinen, es seien gerade Hochzeiten des Sports angebrochen. Am Samstag säumten Hunderttausende Menschen den Wiener Prater beim Tag des Sports, am Montag wurde die europäische Woche des Sports eingeläutet, und die Sporthilfe hat in Eduard Müller auch formal einen neuen Präsidenten gewählt.

Und geht es nach einer Befragung, die die Bundessportorganisation unter den wahlwerbenden Parteien durchgeführt hat, geht es nach der Nationalratswahl am Sonntag munter weiter. Demnach sind sich die Parteien (ihre Antworten übermittelt haben FPÖ, Neos, SPÖ, ÖVP und die Grünen) bei geringfügigen Unterschieden im Zugang einig, dass künftig mehr für Sport und Bewegung in Sachen Finanzierung, Rechtssicherheit, Nachwuchs, Sportstätten, Ehrenamt et cetera getan werden muss. Die Botschaft hört man wohl, allein, es fehlt ein bisschen der Glaube.

Denn bisher firmierten solche Bekenntnisse meist in der Kategorie "Was alle wollen und selten kommt". Zwar sind die ideologischen und parteipolitischen Differenzen im Sport vergleichsweise gering, dafür wird er umso öfter zwischen Ressortfronten zerrieben. Nachhaltig bessern wird sich nur etwas, wenn alle seinen gesamtgesellschaftlichen Stellenwert anerkennen. Darüber müsste man nicht einmal abendfüllend im Fernsehen streiten.


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Stellungnahme der Parteien zu den Forderungen des Sports
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