Vor kurzem wurde Liverpools Abwehrhüne Virgil van Dijk zu Europas Fußballer des Jahres gekürt. Der Niederländer setzte sich dabei in der Endauswahl gegen Lionel Messi (Barcelona) und Cristiano Ronaldo (Juventus) durch. Logischerweise hätte der 1,93 Meter große diesjährige Champions-League-Sieger dann auch Weltfußballer des Jahres werden müssen - schließlich kam dasselbe Kicker-Triumvirat in die Endauswahl des Fifa-Votums. Doch dieses gewann nun am Montagabend zur Überraschung vieler ein gewisser Lionel Messi - zum insgesamt sechsten Mal, womit der Argentinier zum alleinigen Rekordhalter aufsteigt. Dabei hat der 32-Jährige eine für seine Verhältnisse wenig überragende Saison hinter sich: Außer dem Meistertitel mit Barça war nicht viel - Königsklassen-Aus nach 0:4-Debakel in Liverpool, Cup-Endspiel verloren und nur Platz drei mit den Gauchos bei der Copa América. Da hätte genausogut auch Ronaldo den Ballon d’Or bekommen können, er hat es außer zum Meistertitel immerhin mit der Nationalelf auf einen internationalen Titel (Nations League) gebracht. Letztlich beweist diese Fifa-Wahl nur eines: Ein solcher Titel macht sich gut in Biografien, der sportliche Wert ist aber limitiert. Ohnedies scheint nur noch die Frage zu sein, wer im Gigantenduell zwischen Messi und Ronaldo am Ende die Nase vorne haben wird (wobei der Portugiese zuletzt eindringlich bekannt hat, dass er derjenige sein will). Im Grunde eine reine Glaubensfrage, die seit gut einem Jahrzehnt einen der beiden zum Sieger und den anderen zum Beleidigten macht. Zwei Beleidigte (wie 2018 bei Luka Modrić) wären daher besser gewesen.