Nun ist es also so weit: Die Technik soll freundlicher werden, Fehler zugeben, Verständnis für die Gefühlslage des Benutzers aufbringen und auch noch mit engelsgleicher Ruhe als Sprachassistent hilfreich zur Seite stehen. Bei Amazons Sprachdienst Alexa sollen Freundlichkeit und Menschenkenntnis Einzug halten. Alexa soll erkennen, wenn Anwender genervt sind, und adäquat reagieren. Mit dem neuen Sprachbefehl "Alexa, warum hast du das getan?" soll der Nutzer bei unerwartetem Verhalten um eine Erklärung bitten können. Wird ein Sprachbefehl falsch ausgeführt, soll die Frage "Alexa, was hast du gehört?" helfen.

Die Innovation der Technologie führt somit zur Renaissance zutiefst menschlicher Werte: Höflichkeit, Freundlichkeit, bewusstes Zuhören und Einschätzen des Gesprächspartners sowie dessen Stimmungslage. Ebenfalls neu ist, dass man in Zukunft die Stimme von Prominenten zu hören bekommen wird. Den Anfang macht Hollywood-Star Samuel L. Jackson. Wenn die Entwicklungen so weiterlaufen, wird man bald auch wieder "Bitte" und "Danke" sagen müssen, wenn man mit dem Sprachassistenten redet. Endlich müssen diese Erziehungsaufgaben nicht mehr Pädagogen übernehmen. Vielleicht wird bald schon Chris Lohner aus dem Handy erklingen. In den öffentlichen Verkehrsmitteln werden lauter gut gelaunte Menschen mit ihrem Handy reden - höflich, leise und nett. Denn, seien wir ehrlich, wer wird mit Samuel L. Jackson oder Chris Lohner herumbrüllen?