Es soll ja interessierte Sportfans geben, die mit Disziplinen wie American Football oder Baseball recht wenig anfangen können. Nicht nur, weil sie aus Amerika kommen, sondern weil sie fad sind. "Die stehen die meiste Zeit nur rum", lautet eine oft gehörte Bemerkung. Und die ist nicht einmal unrichtig, wenn man sich die Spielzeitstatistik anschaut. Beide Sportarten rangieren im letzten Drittel, und die Zahlen sind ähnlich: American-Football- und Baseballspiele dauern rund drei Stunden, aber wirklich gespielt - also Action gezeigt - wird nur 11 bis 14 Minuten lang, das entspricht rund sechs bis sieben Prozent der Spieldauer. Die restliche Zeit wird stumm herumgestanden oder -gelegen.

Weitaus bessere, aber immer noch keine absoluten Netto-Werte weisen Basketball (30 Prozent), Rugby, Fußball (jeweils 50), Hockey (60) oder Handball (80) auf. Auch da bleibt immer noch Zeit liegen. Der "Musterknabe" Eishockey zählt nicht, wird doch die Zeit bei Unterbrechungen nur angehalten, die Pausen fallen aber deswegen nicht kürzer aus.

Gibt es also irgendeinen Sport, der bei absoluter Ausnützung der vorgesehenen Spieldauer ohne Pausen auskommt? Ja, den gibt es - Gaelic Football. Ausgerechnet jene Sportart, die mit American Football und Rugby historisch sehr viel verbindet (und die am Samstag in Wien ihre Championships abhält). Dass die Spieldauer von zwei Mal 35 Minuten zu 100 Prozent ausgenützt wird, liegt einfach an den Regeln. Die sehen nämlich vor, dass der Ball beim Freistoß nicht ruhen muss oder dass bei Behandlungen von Spielern einfach weitergespielt wird. Nicht dumm, eigentlich.