Fotos von Speisen müssen nicht immer sehr aussagekräftig sein. Oder auch einfach nur appetitlich. Man kennt das von Eck-Imbisslokalen, deren Werbefotos in den Schaufenstern so unprofessionell und dann noch verblasst sind, dass es entweder viel Zeit oder viel Fantasie braucht, um den Döner von der Hühnerschnitzelsemmel zu unterscheiden. Einmal abgesehen davon, dass es sehr viel Hunger braucht, um auf etwas Gusto zu bekommen, das aussieht wie ein verwestes Eichhörnchen. Mit Pommes. Pommes erkennt man immer.

Die Fotos, die man auf den Sozialen Medien zum Thema Essen findet, vor allem auf Instagram, dem Lieblingskanal der sogenannten Foodies, schauen meistens schmackhafter aus. Das ist Juan Amador aber egal. Der Koch hat in seinem Wiener Restaurant nun die Devise ausgegeben, dass Speisen von Kunden nicht mehr fotografiert und auf Facebook und Co gepostet werden dürfen. "Ein Foto sagt nichts über das eigentliche Erlebnis des Restaurantbesuchs aus", sagt er und hat natürlich recht. Essen ist, da wird selbst der beseelteste Foodblogger zustimmen, immer noch besser als anschauen.

Es wirft freilich die Frage auf, wie will Amador und andere Köche, die dieses Ansinnen haben, dieses Fotoverbot durchsetzen? Werden Zuwiderhandelnde von der Balsamico-Schäumchen-Polizei abgeholt und ins Schokogitter-Gefängnis geworfen, wo sie sich von unmodischen Speisen wie Fusion-Sushi oder Avocado-Toast ernähren müssen? Es wäre die ultimative Demütigung.