Als hätte die Affäre um den Wechsel Antoine Griezmanns von Atlético zum FC Barcelona nicht genug Staub und Geld im Fußball aufgewirbelt, so geht die Saga nun munter weiter. Am Dienstag wurde in Medien kolportiert, dass die Klubs ihren Streit mit einem Vorkaufsrecht Barcelonas für Atlético-Spieler beilegen wollen. Demnach zahlen die Katalanen 15 Millionen Euro, um informiert zu werden, wenn ein anderer Verein Interesse an einen von sechs ausgewählten Akteuren zeigt - um gegebenenfalls ein besseres Angebot nachlegen zu können.

Zur Vorgeschichte: Griezmann war im Sommer für 120 Millionen Euro gewechselt. Atlético protestierte, weil es angeblich schon Verhandlungen gegeben haben soll, als die festgeschriebene Ablöse noch bei 200 Millionen Euro lag. Barcelona musste 300 Euro Strafe zahlen (um 20.700 Euro weniger, als ein österreichischer Wirt berappen musste, weil er mit dem Logo des Linzer ASK auf die Übertragungen von dessen Europacup-Spiel aufmerksam gemacht hatte) - und durfte Griezmann für die geringere Summe behalten.

Nun sind Abmachungen, wie sie aktuell kolportiert - und von Atlético dementiert - wurden, nicht gänzlich ungewöhnlich. Ob sie unlauter sind, damit muss sich die Fifa befassen. Dass Atlético ein solches Geschäft aber mit einem Meisterschaftskonkurrenten und Erzrivalen, mit dem man in fast ebensolcher Abneigung verbunden ist wie mit Real, angesichts der Fisematenten um Griezmann abschließen würde, wäre doch ziemlich ungewöhnlich. Und nicht nur unlauter, sondern eine bewusste Provokation wäre es, sollte Barcelona das Gerücht gestreut haben. Sieger gibt es jedenfalls noch immer keinen.