In der vergangenen Fußball-Woche gab es gleich zwei Premieren hinsichtlich der neuen "Trainer-Gelben": Zuerst kassierte Salzburg-Coach Jesse Marsch in Neapel seine dritte gelbe Karte im laufenden Champions-League-Bewerb, weshalb er just beim möglicherweise entscheidenden Auswärtsspiel in Genk auf der Tribüne sitzen muss; am Sonntag wurde sein Pendant beim Lask, Valérien Ismaël, beim Liga-Heimspiel gegen die Admira (1:0) in der 84. Minute direkt auf die Ränge verbannt, nachdem er Gelb-Rot kassiert hatte (wegen Reklamierens und nachfolgender Schiedsrichterbeleidigung).

Kurios ist nun, dass der Ausschluss des Franzosen gar keine weiteren Folgen zeitigt, weil es in Österreich noch keine Regelung gibt, was mit mehrfach verwarnten beziehungsweise des Platzes verwiesenen Trainern passiert - diese soll erst 2020 nachgeholt werden (Deutschland etwa sperrt Trainer nach der vierten Gelben). Auch die Uefa ist da - siehe Jesse Marsch - gnadenlos. Denn wer den zwar hochemotionalen, aber völlig friedfertigen US-Coach kennt, kann sich über seine drei Verwarnungen nur wundern. Zwei kassierte er wegen Reinrufens (Inhalt unbekannt), eine (in Liverpool) wegen Reinlaufens nach dem 3:3-Ausgleich.

Vielmehr scheint die für Trainer recht locker sitzende Gelbe ein neues Instrument für Referees zu sein, sich unliebsames verbales Verhalten an der Outlinie - also Kritik an Fehlpfiffen - per Karton vom Hals zu schaffen. Zwar braucht keiner plärrende Rumpelstilzchen, aber noch weniger eine Beißkorb- und Leinenpflicht für Trainer.