Das wird also diesmal nichts. Der österreichische Film, der für die Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" für den Oscar vorgeschlagen wurde, ist aus dem Rennen. Er wurde disqualifiziert, weil er zu viele englische, also nicht-fremdsprachige Passagen enthält. Der Katzenjammer ist groß, der Fachverband der Film- und Musikindustrie (FAMA) will dagegen auch Protest einlegen. Das wird wohl kaum Folgen haben. Wenn man bei einem Wettbewerb mitmachen möchte, dann sollte man die Regeln dieses Wettbewerbs beachten. Sehr polemisch gesagt: Wenn man zum Skispringen antritt, wird man nicht mit dem Rennrad die Schanze hinunterfahren.

Ein bisschen komplexer ist die Sachlage: Der Film handelt von nigerianischen Prostituierten, die in einer Art Pidgin-Englisch sprechen. So wie die Figuren im schon zuvor disqualifizierten Film "Lionheart" aus Nigeria. Da stellt sich die Frage, ob Nigeria dann überhaupt noch Filme einreichen kann, denn das ist nun einmal die Sprache, die man dort spricht. Die Regel gibt es, weil man dachte, Filme, die keine Untertitel brauchen, hätten einen Vorteil in der Bewertung. Ob sie tatsächlich noch zeitgemäß ist, ist diskussionswürdig. Aber noch gibt es sie. Und es ist kurios, wenn man bei der FAMA meint, diese Entscheidung sei schon unglücklich, weil man jetzt gar keine Zeit mehr habe, einen der Filme, die auch in Frage gekommen wären, nachzunominieren. Warum hat man nicht gleich einen dieser Filme genommen - man wird die Regeln der Oscars ja gekannt haben?