In der Landeshauptstadt St. Pölten ist man gerade drauf und dran, die Pleite der Nicht-Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt in positive Energien umzulenken. Denn St. Pölten hat vor, viele der für 2024 geplanten Projekte auch ohne den Titel der EU durchzuziehen. Die kulturellen Infrastrukturprojekte sollen jedenfalls kommen: Diese reichen vom "KinderKunstLabor" über die ehemalige Synagoge, den Lames Sonnenpark und die Erweiterungs- und Optimierungsmaßnahmen des Stadtmuseums bis hin zum Festspielhaus St. Pölten und zur Neugestaltung des Domplatzes. Im nächsten Schritt wird bis Ende des ersten Halbjahres 2020 die Programmstrategie des Kulturschwerpunktes fertig ausgearbeitet sein.

Der Plan für 2024 werde zwar redimensioniert, "aber von derselben Qualität geprägt sein wie das Programm im abgegebenen Bewerbungsbuch", heißt es bei den Planern. Das ist in gewissem Sinne konsequent. Wer das für eine Justament-Aktion hält, ist auf dem falschen Dampfer. Denn es zeigt, dass die Investitionen jedenfalls sinnvoll sind und auch über viele Jahre hinaus wirken sollen. In Krems war die Kultur schon lange ein Investitionsbereich: Niederösterreich hat dort viele Millionen Euro in die Museen gesteckt -mit Erfolg, wie die Besucherzahlen zeigen. Um diesen Weg konsequent weiterzugehen, braucht man die EU nicht und auch keinen Hauptstadt-Titel, den man sich 2024 ohnehin mit zwei anderen Städten teilen hätte müssen, was eine gewisse Verwässerung darstellt.