Ganz klar ist nicht, wo wir falsch abgebogen sind. Aber sicher ist: Kommunikationstechnisch sind wir so was von in einer Sackgasse gelandet. Die Aufregung um die neue Lehrer-Bewertungs-App zeigt das wieder. Ein 18-jähriger Schüler, der neben der Schule übrigens schon Wirtschaftsrecht studiert, hat eine App kreiert, mit der Schüler ihre Pädagogen in den Kategorien Unterricht, Fairness und Pünktlichkeit mit einem ("Nicht genügend") bis fünf Sternen ("Sehr gut") benoten können. Weil es heutzutage ohne Liste nicht geht, wird dann auch ein Ranking der besten Lehrer der jeweiligen Schule erstellt.

Man kann die Kritik übrigens auch konkretisieren und etwa bemängeln, dass der Unterricht zu langweilig ist. Dass das schnell einmal der Fall sein kann, weiß jeder, der eine Schule besucht hat. Und heutzutage geht das noch schneller: Deswegen hat der App-Erfinder Benjamin Hadrigan vor wenigen Monaten in einem Interview vorgeschlagen, man möge doch den Unterricht mehr im Social-Media-Stil durchführen. Also polemisch gesagt mit bunten Bildern und wenig Text.

Apropos Social Media: Es kam, wie es auch auf diesen Plattformen immer kommt. Erst befürchtete man, Lehrer könnten durch die App pauschal ungerecht bewertet und Häme ausgesetzt werden. Der ziemlich sicher auch zu Recht erwartete Hagel an Grauslichkeiten ergoss sich dann aber über Hadrigan selbst. Deshalb wurde die App wieder offline genommen. Besser kann man schon nicht mehr zeigen: Der Diskurs ist tot. Mausetot.