Es läuft wie geschmiert für die ÖVP: Wahlsieg folgt Wahlsieg, mit rund 36 Prozent liegt die steirische Volkspartei nun sogar noch deutlich über den besten Umfrageergebnissen. Sie konnte einerseits vom Landeshauptmann-Bonus und der anhaltenden Popularität von ÖVP-Obmann Sebastian Kurz profitieren. Andererseits half ihr auch die Schwäche ihrer Konkurrenten: SPÖ und FPÖ befinden sich auf Bundesebene im freien Fall und ziehen ihre Landesparteien mit.

Daniel Bischof ist Redakteur im Innenpolitik-Ressort. - © WZ
Daniel Bischof ist Redakteur im Innenpolitik-Ressort. - © WZ

Denn die Niederlagenserie von SPÖ und FPÖ will nicht abreißen. Die Verluste sind noch deutlicher als erwartet ausgefallen. Die FPÖ sank auf rund 17 Prozent herab, ein Minus von fast zehn Prozentpunkten. Sie wird für ihre Affären, von Ibiza über Spesen bis hin zur Causa Casinos, bestraft. Ein Ende ist nicht in Sicht, der nächste Streit mit Ex-Chef Heinz-Christian Strache bahnt sich bereits an. Solange die Freiheitlichen ihre internen Probleme nicht in den Griff bekommen, wird es weitere Abstürze geben.

Gleiches gilt für die SPÖ. Die Sozialdemokraten erwischte es mit minus sechs Prozentpunkten etwas weniger schlimm, 23 Prozent und der Verlust der "roten Steiermark" an die ÖVP ist jedoch ein Debakel. Die Partei weiß nicht, wofür sie steht und zerfleischt sich derzeit selbst. Derzeit lässt sie nur mit seltsamen Zwischenfällen von sich reden: Georg "reloaded" Dornauer lässt grüßen. Und auch der steirische Spitzenkandidat Michael Schickhofer ist nicht unbedingt das gewünschte Zugpferd. Schicksalsträchtig wird nun die burgenländische Landtagswahl. Der rote Hoffnungsträger Hans-Peter Doskozil versucht gezielt, auf Inhalte zu setzen: eine rechte Migrationspolitik, eine linke Sozialpolitik. Wird das funktionieren?

Den Grünen geht es ähnlich wie der ÖVP. Der Zeitgeist und Bundestrend kommen ihnen entgegen. Das Umweltthema entscheidet Wahlen. Dass ÖVP und Grüne stark dazugewonnen haben, wird auch die türkis-grünen Verhandler stärken: Ihr Argument, dass Türkis-Grün eine Koalition der Gewinner ist, erhält durch die steirischen Ergebnisse Aufwind.

Die Neos haben mit ihrem Einzug bewiesen, dass sie auch auf für sie schwierigen Pflastern bestehen können. Nicht nur im Bund sind sie eine feste Größe, auch am Land sind sie zunehmend verankert. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sie auch am 26. Jänner den Einzug in den burgenländischen Landtag schaffen.

Die Kommunisten bleiben ein steirisches Phänomen: Im Bund ist die KPÖ bedeutungslos, in der Steiermark, speziell in Graz, hält sie sich jedoch seit Jahren. Ihr Erfolg liegt in ihrer bürgernahen Politik und ihrem Fokus auf die Wohnpolitik: Ein Erfolgsrezept, das sich auch die SPÖ vielleicht näher anschauen sollte.