Mit seiner Karriere als Schlagersänger ist es nichts geworden, seine Stimme haben dennoch gleich mehrere Generationen von Fußballfans im Ohr. Schließlich bedankt sich niemand so herzhaft wie Andy Marek, wenn die Fans den Namen eines (Rapid-)Torschützen vervollständigen, und niemand erhält ein mit derartiger Inbrunst vorgetragenes "Bitte" als Antwort. Mareks Stimme wird fehlen, wenn er am Abend des 15. Februar 2020 gegen WSG Tirol nach 28 Jahren sein letztes Heimspiel als Stadionsprecher absolviert haben wird. Danach will er sich aus gesundheitlichen Gründen auch als Leiter des grün-weißen Klubservice zurückziehen. Das gab der 57-Jährige, der von einer schweren Operation Anfang November sprach, auf der ordentlichen Hauptversammlung am Montagabend, bei der Martin Bruckner zum Vereinspräsidenten gewählt wurde, bekannt.

Bruckner wird es nicht leicht haben, grün-weiße "Gräben zuzuschütten", was er sich neben wirtschaftlicher Kontinuität und sportlichem Erfolg zum obersten Ziel gesetzt hat.

Erstmals in der Geschichte Rapids gab es eine Kampfabstimmung, die er nach einem für alle Beteiligten aufreibenden Wahlkampf nur relativ knapp mit 1059 zu 926 Stimmen gegen Roland Schmid für sich entschied. Zwar gab dieser den fairen Verlierer, doch sollte der Erfolg ausbleiben, wird unweigerlich wieder einmal die Frage aufkommen, ob der eingeschlagene Weg tatsächlich der beste ist - vor allem, wenn es Probleme mit einem Teil der Fans gibt, die sich hinter den Wahlsieger stellten.

Auch Marek wurde oft der Vorwurf gemacht, zu lax im Umgang gewesen zu sein, manchmal auch, wie er selbst einmal einräumte, zu Recht. Immer nur Everybody’s Darling zu sein, geht halt schlecht, den Dialog mit jenen zu suchen, die dazu bereit sind, ist dennoch weiter unerlässlich. "Bitte" und "Danke" sind zumindest kein schlechter Anfang - nicht nur im Stadionoval.