Bei allem Respekt vor den Salzburgern, die nach den aufsehenerregenden Champions-League-Vorstellungen nun gut aufpassen müssen, ihre Erfolgskicker nicht reihum zu verlieren - das eigentliche Fußballmärchen in Rot-Weiß-Rot hat heuer wer anderer geschrieben. Der Lask nämlich.

Mit dem Gruppensieg in der Europa League wurde nicht nur der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte eingefahren (und das schon zum wiederholten Male in den vergangenen Monaten!), sondern damit auch das bisher letzte Kapitel einer selten gewordenen Fußballromanze geschrieben. Denn der Linzer Traditionsverein - die Fußballsektion ist genau 100 Jahre alt - war eigentlich schon mausetot. Erst im Jahr 2014 schafften die Athletiker wieder die Rückkehr in den heimischen Profifußball - nach fast zwei Jahrzehnten an sportlichem Frust, organisatorischem Chaos, Zwangsabstieg, Fast-Konkurs und Stadionverlust.

Niemand, tatsächlich niemand in Österreich hatte damals einen Gedanken daran verschwendet, der Lask könnte fünf Jahre später Vizemeister werden, mit Pech knapp die Champions League verpassen und dann eine Europacup-Gruppe mit dem 49-fachen Titelträger aus dem Land des Europameisters (Sporting Lissabon) und dem niederländischen Ex-Meistercup-Champ (PSV Eindhoven) gewinnen. Dass so etwas in so kurzer Zeit möglich wurde, ist nicht nur schön für die Fans der Linzer, sondern eigentlich für die ganze Fußballwelt.