"Familie besuchen, gut essen, bisschen zusammensitzen, Kekserl essen" - Stefan Kraft mag’s zu Weihnachten traditionell. Für Österreichs Skisprung-Star gibt’s über die Feiertage aber auch noch etwas anderes zu verdauen als die kulinarischen Genüsse. Am Sonntag sorgte der Salzburger für eine Schrecksekunde, in Engelberg kam er zu Sturz, dabei aber glücklicherweise mit Prellungen und dem Schrecken davon. Ein Sturz hat selten etwas Gutes, in dem Fall kann man ihm aber abgesehen vom glimpflichen Ausgang noch etwas zweites Positives abgewinnen. Denn vielleicht war es ein Dämpfer zur richtigen Zeit. Vor der Vierschanzentournee sind nämlich die Erwartungen in Österreichs Skispringer gehörig gestiegen. Kraft ringt mit Ryoyu Kobayashi, dem Sieger von Engelberg, Dominator und Grand-Slam-Gewinner der vergangenen Saison, um die Führung im Gesamtweltcup, auch die Jungen Philipp Aschenwald und Jan Hörl haben mit zwei beziehungsweise seinem ersten Stockerlplatz in dieser Saison aufgezeigt, Gregor Schlierenzauer und Daniel Huber waren schon knapp dran an den Top Drei. "Wir sind überzeugt, dass wir eine sehr gute Tournee springen können, und gehen das voller Zuversicht an", sagt Cheftrainer Andreas Felder.

Besonders positiv fällt vor der Qualifikation und dem ersten Bewerb in Oberstdorf am 28./29. Dezember die mannschaftliche Geschlossenheit auf. "Die Jungs haben die Versagensängste der Vorsaison abgelegt", meint Felder. Eine Tournee mit den Heimbewerben in Innsbruck und Bischofshofen ist freilich noch einmal eine andere Kategorie, die es auch nervlich zu bewältigen gilt. Da kann es nicht schaden, dass bei "Zugadler" Kraft die Sinne noch einmal extra geschärft sind - und der Kekserl- nahtlos in den Erfolgshunger übergeht.