Egal ob zu viel Familie oder zu wenig, die Weihnachtstage und die Feiern rund um Silvester können die Laune ganz schön drücken. Ob man den Trubel nun sucht oder sich lieber zurückzieht, beide Strategien können danebengehen. Der Melancholie läuft man nicht so einfach davon, sie rennt einem hinterher.
Das Stimmungstief zu Jahresende beschäftigt freilich längst die Forschung. Psychologen haben dafür den Begriff der "saisonal abhängigen Depression" kurz: SAD geprägt. Die kürzer werdenden Tage und der damit einhergehende Lichtmangel sind demnach für die Antriebslosigkeit in der kalten Jahreszeit verantwortlich.
Der Winterdepression rückt man am besten mit der Lichttherapie zu Leibe. Entweder man lässt sich von hoch dosierten Tageslichtlampen anstrahlen oder - beliebter Therapeutentipp - man bewegt sich im Freien. Ein täglicher Spaziergang von zumindest einer Dreiviertelstunde entspricht, so die gängige Lehrmeinung, der Wirkung einer leichten antidepressiven Medikation.
Von der Heilkraft des Gehens zeugen auch die vielen Pilgerwege, die den Kontinent durchpflügen. Der Zen-Buddhismus kennt eine spezielle Form der Meditation, die während des Gehens ausgeübt wird: Beim Kinhin wird beim Aus- und Einatmen je ein Schritt gesetzt. Der griechische Philosoph Aristoteles kultivierte das Denken beim Gehen, indem er sich mit seinen Schülern einen Wandelgang (griechisch: Peripatos) auf und ab bewegte.

Also: Weg mit der Zeitung, her mit den Wanderschuhen!