Dass Hollywood-Filme von Sendern auf eine TV-Fassung zusammengeschnitten werden, ist kein Geheimnis. Nicht jede selbstverliebte Nebengeschichte jedes Regisseurs ist es wert, im Fernsehen gezeigt zu werden.

Beim Weihnachtsklassiker "Kevin allein in New York" traf es nun ein prominentes Opfer. Jene kurze Szene, in der Kevin Donald Trump nach dem Weg fragt, wurde, neben anderen, vom kanadischen Sender CBC rausgeschnitten. Das sei allerdings nicht politisch motiviert, der Film sei generell gekürzt und auch andere Szenen seien geschnitten worden, so ein Sprecher. Und zwar schon 2014 - also vor der Wahl Trumps zum US-Präsidenten.

Aufgefallen ist das allerdings erst heuer, und es goss Öl ins Feuer der angespannten Beziehungen der Kanadier zu den USA der Trump-Ära. "Erbärmlich" sei das, monierte etwa Trumps Sohn. Trump selbst rühmte sich kürzlich für den Mini-Auftritt in einer Rede vor US-Soldaten. Der Film sei "einer der größten Weihnachtserfolge". Es sei für ihn "eine Ehre, Teil einer solchen Sache gewesen zu sein". Eine Frage der Ehre dürfte das allerdings weniger sein. Schauspieler Matt Damon erzählte dem "Hollywood Reporter", dass der damalige Immobilienmogul kurz zuvor das New Yorker "Plaza Hotel" gekauft hatte, in dem die Dreharbeiten stattfanden. Demnach gestattete Trump den Fortgang der Dreharbeiten nur unter einer Bedingung: Er wollte selbst in dem Film zu sehen sein. Vielleicht hat Trump junior ja diese Peinlichkeit gemeint, als er von "erbärmlich" sprach.