Während der frisch angelobte Sportminister Werner Kogler und Staatssekretärin Ulrike Lunacek künftig nur mit E-Dienstautos unterwegs sein wollen, setzt der Rest des grünen Regierungsteams ausschließlich auf die "tägliche Turnstunde". Man wolle, ließen Leonore Gewessler, Alma Zadic und Rudolf Anschober nun verlauten, sämtliche Termine nur noch zu Fuß (oder maximal mit Fahrrad und Öffis) wahrnehmen. Das ist nachvollziehbar, fördert doch der Umstieg auf die eigene Muskelkraft nicht nur das Klima und die Fitness, sondern bringt auch PR-Pluspunkte bei Fridays for Future, Twitter und Co.

Nur dem Sportland Österreich nutzt der Laufeinsatz der grünen Minister nicht viel. Zumal das Programm, das Kogler als Neo-Sportminister abzuarbeiten hat, derart mau ist, sodass es sich ebenfalls zu Fuß erledigen ließe. Im mehr als 300 Seiten dicken Regierungsprogramm füllt der Sport sechs Seiten - die aber großteils mit alten Überschriften: Evaluierung der Sportförderung, Sportstättenentwicklungsplan, tägliche Bewegungseinheiten für Kinder und Jugendliche sowie steuerlich-soziale Maßnahmen für Sportler. Die grüne Handschrift ist nur bei den naheliegenden Themen Gleichbehandlung und Nachhaltigkeit für Sportevents deutlicher sichtbar.

Das ist freilich löblich, nur wie das alles finanziert werden soll, ist - wie immer - ungeklärt. Die Gleichbehandlungsbeauftragten in allen Verbänden werden nicht gratis arbeiten, ebenso wenig werden Sportveranstalter die Kosten für grüne Vorstellungen zu Nachhaltigkeit, Mobilität und Klimaschutz tragen wollen. Man denke nur an Spielberg-Investor Didi Mateschitz. Er wird sich für Koglers Ideen kaum erwärmen lassen - und schon gar nicht für E-Autos. Die hält er nämlich für eine "politische Träumerei".