Bei der Golden Globes Gala scherzte Ricky Gervais noch über die Kritik daran, dass keine Frau in der Regie-Kategorie nominiert war: "Ich habe mit den Verantwortlichen geredet. Wir haben beschlossen, dass wir wieder zurück zu der Zeit gehen, als gar keine Frauen als Regisseure engagiert wurden. Problem gelöst. Gern geschehen." Nun, wenigstens als Schauspielerinnen wurden Frauen schon seit Anbeginn der Filmgeschichte eingesetzt, nur die Hauptrolle in einem Film spielten sie weit seltener als Männer. Das vergangene Jahr hat da eine Rekordzahl gebracht: In 40 Prozent der Hollywood-Filme spielte eine Frau die wichtigste Figur. Im Vorjahr waren es noch 31 Prozent.

In diese Rechnung fallen Filme wie das Eposfinale "Star Wars - Der Aufstieg Skywalkers" und die Superheldenvariante "Captain Marvel", Blockbusterkino, das nicht ganz unkalkuliert Frauen in den Fokus gerückt hat. Darunter fallen auch Filme wie "Anna", ein Actionfilm von Luc Besson rund um eine Profikillerin, der mehr Männerfantasie als Gleichberechtigung war. Solche Statistiken sind also mit Vorsicht zu genießen, da sie naturgemäß nur oberflächliche Daten liefern. Filme, in denen zwar ein Mann die Hauptrolle spielt, eine weibliche Figur aber für die Entwicklung der Geschichte viel wichtiger ist, werden nicht erfasst. Aber natürlich sind es erfreuliche Zahlen. Auch wenn sie womöglich nur einer anderen Studie geschuldet sind, die vor zwei Jahren herausgefunden hat: Filme mit weiblichen Hauptrollen spielen mehr Geld ein.