Die Bewohner sollen ihre Wohnungen nicht verlassen, die Haustiere nicht ins Freie gelassen werden. Tennis gespielt wird trotzdem - obwohl die Luftwerte in Melbourne durch die Buschbrände in Australien rekordverdächtig schlecht sind. In Folge dessen wurde beim Einladungsturnier in Kooyong das Spiel zwischen Maria Scharapowa und Laura Siegemund sehr zum Wohlwollen der Spielerinnen abgebrochen. In der Australian-Open-Qualifikation hingegen musste die Slowenin Dalila Jakupovic nach einem Hustenanfall gegen die Schweizerin Stefanie Vögele in Führung liegend aufgeben.

"Ich habe so etwas noch nie erlebt. Ich hatte Angst, dass ich kollabieren würde." Es sei "nicht fair", dass die Spielerinnen und Spieler unter solchen Bedingungen antreten müssten, sagte Jakupovic, die sich damit nur wenige Tage vor dem Beginn des Hauptbewerbs in die Riege der Kritiker einreihte. "Warum müssen wir warten, bis etwas sehr Schlimmes passiert?", schrieb Elina Switolina auf Twitter, wo sich der Franzose Gilles Simon in Sarkasmus flüchtete. "Wenn es Ärzte gibt, die sagen, dass das Spielen bei 45 Grad nicht gefährlich ist, und Referees, die betonen, dass das Gras in Wimbledon bei Regen nicht rutschig ist, muss man doch auch Experten finden, die bestätigen, dass die Luftqualität ausreichend ist", schrieb Simon.

Tatsächlich ist es ein schmaler Grat, den Veranstalter und Spieler beschreiten. Erstens will sich niemand die Chance auf wertvolle Punkte und Preisgeld entgehen lassen, zweitens niemand die Australier in Stich lassen, weswegen in den Vortagen auch eine große Summe an Spenden eingegangen ist. Sobald es gesundheitsgefährdend wird, muss dennoch die Reißleine gezogen werden. Dicke Luft wird bei den einstmals als Happy Slam bekannten Australian Open ohnehin herrschen - so oder so.