Ausgerechnet auf einer an und für sich gut präparierten Trainingspiste, ausgerechnet vor dem prestigeträchtigsten Skirennen des Jahres, ausgerechnet er, dieser neben Beat Feuz nicht nur von der Muskelmasse her wohl stärkste Abfahrer der Gegenwart. Nach dem Sturz von Dominik Paris, bei dem sich der 30-Jährige das Kreuzband gerissen hat, wurde das Wort "ausgerechnet" im Skizirkus inflationär bemüht.

Italiens Sportdirektor Max Rinaldi meinte, die Situation sei "für alle schwierig - für uns, für das Publikum, für die gesamte Skiwelt" -, und räumte ein, er habe gedacht, Paris sei "so stark, dass das niemals passieren wird" (womit die Bedeutung der Phrase vom Niemals-nie-Sagen unterstrichen wäre). Etwas realitätsnäher zeigte sich FIS-Rennchef Markus Waldner, der auf die Problematik der aggressiven Materialabstimmung aufgrund der harten Pisten (die wiederum hart sein müssen, um nicht später startende Fahrer erst recht einem größeren Risiko auszusetzen) und die ob der Vielzahl an Kreuzbandrissen anhaltenden Diskussionen hinwies. Den Stein der Weisen habe noch niemand gefunden, sagte Waldner - und über Paris: "Er ist auch nur ein Mensch."

Vielleicht ist das zumindest ein Ansatz vor einem Rennen, das schon viele Karrieren nachhaltig zerstört hat. Angst ist freilich kein guter Begleiter, die Gewissheit, dass immer was passieren kann, sollte aber bei jedem mitfahren. So schlimm eine Verletzung auch ist - wenn sie Sensibilität und Wachsamkeit erhöht, wäre es vielleicht gar nicht einmal der "komplett falsche Zeitpunkt", wie Waldner sagt. Vielleicht ist es ausgerechnet der richtige.