Dieser Tage kam es zu einem hübschen Schlagabtausch zwischen Kultursender Arte und Unterschichtensender (© Harald Schmidt) RTL. Grund war die so unterirdische wie faszinierende Show "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" (IBES) des Letzteren. Da gab es nämlich krasse Intertextualität: Nachdem die Moderatoren den abstimmenden Zuschauern gedroht hatten, wenn sie wieder dieselbe Kandidatin wählen würden, gäbe es zur Strafe eine Kafka-Lesung, schaltete sich der Reclam-Verlag ein. "Wer hätte gedacht, dass wir einmal die passende Literatur zu IBES anbieten können", postete er auf Twitter, inklusive Cover von "Die Verwandlung" samt "Lektüreschlüssel". Das Social-Media-Team von RTL griff das kess auf und fragte: "Für Arte gab’s das noch nicht, oder?" Worauf sich Arte nicht lumpen ließ und mit Hinweis auf einen normal wenig kulturbeflissenen Ex-Dschungelkandidaten zur Debatte stellte: "Müssen wir jetzt eine fünfstündige avantgardistische Ein-Mann-Performance von Thorsten Legat im schwarzen Rollkragenpullover zeigen, um das Gleichgewicht der Mächte wieder herzustellen?"

Nun hat man sich kurz darauf freuen können, dass es wirklich die Chance auf eine solch bizarre Senderverschränkung gibt. Denn für den Schalttag 29. Februar, dieses Niemandsland von einem Tag, hat Arte die Zuseher aufgerufen, das Programm online selbst zu gestalten. Leider kann man sich aber doch nur zwischen Katzen und Burgen und Weltraum und Mode entscheiden. Dafür gibt es keine Reclam-Unterstützung.