Täglich steigt die Zahl der Personen, die sich mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV infizieren. Dennoch heißt es, die Kirche im Dorf lassen. Seit Dezember haben sich 2744 Menschen angesteckt, von denen 81 verstorben sind. Alle Fälle standen im Zusammenhang mit Personen, die aus der chinesischen Millionen-Metropole Wuhan eingereist waren, wo das Virus entstanden sein soll.

Eine Infektion geht mit grippeähnlichen Symptomen einher. Bei einer Influenza-Welle in Österreich liegen jedoch alljährlich bis zu 700.000 Personen darnieder. Die mittlere Zahl der Todesopfer beträgt 2500 jedes Jahr. Obwohl ihre Behandlung Routine ist, verläuft die Grippe also in einem Land mit einem Top-Gesundheitssystem wie Österreich in 0,3 Prozent der Fälle tödlich. Zugegeben fielen dem Wuhan-Virus in China ganze 2,95 Prozent zum Opfer, allerdings ist die Therapie dort noch keineswegs Routine.

Es bleibt die Unklarheit, von welchem Tier 2019-nCoV stammt und warum es so rasch zu einer Zoonose wurde, die sich von Mensch zu Mensch verbreitet. Beruhigendes auch an dieser Front: Viren mutieren, wenn die Immunabwehr der Opfer so gut ist, dass sie sich eine andere Überlebensstrategie aneignen müssen. Britische Forscher des Imperial College London berichten jedoch, dass sich 2019-nCoV mit unerwartet hoher Geschwindigkeit verbreitet. Somit hat das neue Coronavirus keine Notwendigkeit, besonders schnell gefährlicher zu werden. Wir haben gute Chancen, dass vorher ein Impfstoff gefunden wird.