Will man die Italiener ärgern, gibt es ein paar absolute Fixstarter. Wenig Spaß verstehen sie bei ihren Kunstdenkmälern, das ist ja klar. Ganz schön fuchtig kriegt man sie, wenn man Nudeln und Sauce gemeinsam kocht: so viel zum Teufelszeug "One-Pot-Pasta", ein Zeitspar-Küchentrend aus England. Aber wirklich aus ist der Ofen bei unseren südlichen Nachbarn, wenn es um Prosecco geht. Es vergeht kein halbes Jahr, in dem nicht irgendjemand die italienischen Proseccowinzer auf die Palme bringt mit irgendwelchen abstrusen Ideen.

Bei den Brexit-Debatten hat der Schaumwein zum Beispiel immer wieder eine Rolle gespielt, immerhin ist Großbritannien der größte Absatzmarkt für Prosecco. Boris Johnson machte sich mit einer Blockadedrohung des italienischen Exportschlagers nicht beliebt - aber wahrscheinlich nicht nur bei den Italienern, sondern auch bei den sprudelfreudigen Britinnen und Briten.

Und die neueste Aufregung hat ein Automat - wieder einmal im aufsässigen London - ausgelöst. Dort wird nämlich glasweise Prosecco ausgeschenkt und das schmeckt den Italienern nicht, weil das kann ja sonst was sein, was da prickelnd ohne Etikett serviert wird.

Jetzt müsste nur noch jemandem einfallen, vielleicht gar Chips in Prosecco-Geschmack herzustellen. Ah, ist auch schon passiert: Eine limitierte Aktion des Snack-Produzenten Pringles hatte die Weinbauern zum Schäumen gebracht. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, will man die Italiener pro-sekkieren.