"Das wird man doch noch sagen dürfen? Zensur!, warum werde ich hier zensuriert?" Man könnte eine ganze Kolumne nur mit den untergriffigen Aussagen füllen, die an einem halben Tag in den Foren auftauchen. Unter dem Deckmantel der Rede- und Meinungsfreiheit glauben einige Menschen, dass man im Internet einfach alles sagen darf - stimmt nicht. Eine spezielle Gruppe sind die sogenannten "Online-Trolle". Sie beglücken andere mit ihren dummen und untergriffigen Kommentaren, die meist nicht zum Inhalt des Artikels und schon gar nicht zu einer Diskussion beitragen.

Eine neue Studie hat sich nun dem Thema "Online-Trolle" gewidmet und kommt zu dem Ergebnis: "Den typischen Troll gibt es nicht". Es gibt jene, die destruktive Kommentare posten, weil sie andere belästigen und einen geordneten inhaltlichen Diskurs unterbinden wollen, die Vielzahl ist unzufrieden mit den Medien und hat das Gefühl, mit ihren Anliegen nicht gehört zu werden. Eine Mehrzahl präsentiert sich als "Glaubenskrieger", die von einem Sendungsbewusstsein angetrieben sind, für das sie "öffentlich einstehen und notfalls mit harten Bandagen verteidigen", so die Studie. Andere Trolle sehen ihre Aktivitäten als Akt der Aggressionsbewältigung und manche wollen sich mit den Kommentaren auf Kosten anderer amüsieren. Das wollen sie also, aber diskutieren wollen sie nicht. Schade eigentlich, aber wer will sich schon Gehör mit Argumenten verschaffen? Viel zu anstrengend, zu langweilig und zielführend.