Fußball ist halt kein Kindergeburtstag, heißt es seitens der Beschwichtiger oft, und man kann diesem Einwand nicht einmal seine Berechtigung absprechen. Was Fußball aber auch nicht ist: ein rechtsfreier Raum, wie manche Fans gerne glauben. So sind Hass, Hetze und Schmähungen aller Art seit langem untersagt. Insofern waren die Spielunterbrechungen wegen der konzertierten Aktionen gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp, die den deutschen Fußball an diesem Wochenende bewegten und wohl auch beim DFB-Cup-Viertelfinale in den kommenden Tagen (Dienstag: 1. FC Saarbrücken vs. Fortuna Düsseldorf und Schalke vs. Bayern München) bewegen werden, nicht überzogen, sondern nur konsequent.

Die Solidaritätsbekundungen, die nun von allen Seiten kommen, entbehren dennoch nicht einer gewissen Ambivalenz. Zum einen haben die Vereine und der deutsche Fußballbund lange weggesehen; zum anderen waren die Verbände - inklusive Uefa und Fifa - bisher nicht nur im Aussprechen strenger Strafen wegen ähnlicher Schmähungen verhältnismäßig lasch, sie bedachten bisweilen sogar jene mit Konsequenzen, die sich mit den Geschmähten solidarisierten. Insofern braucht man sich nicht zu wundern, dass das "extrem gefährliche" gesellschaftliche Klima, das Freiburg-Trainer Christian Streich ortet, über den Fußball schwappt.

Die neue Härte des DFB wird indessen zur Härteprüfung für ihn selbst. Schließlich stellte Präsident Fritz Keller klar, dass der Dreistufenplan - Unterbrechung, Stadiondurchsage, Abbruch - für Hassplakate "jeglicher Art" gelte, inklusive Rassismus und Antisemitismus; man könnte noch Homophobie, Sexismus etc. ergänzen. Im Umgang damit wird sich der DFB - und nicht nur er - in Zukunft noch stärker messen lassen müssen.