Was an der Spezies Mensch schon irgendwie auch sympathisch ist: Wenn es doch einmal ernst wird, muss man das nicht immer ganz so ernst nehmen. Das zeigt sich auch inmitten der Corona-Krise. In der Bestrebung, den Menschen beizubringen, wie man sich richtig die Hände wäscht, sprießt die Kreativität. Vielen Zeitgenossen war es ein Aha-Erlebnis, dass Händewaschen nicht Fingerspitzen-Beträufeln heißt. Unsicher war auch: Wann hat man lang genug geschrubbt? 30 Sekunden sind empfohlen. Die erste Hilfestellung lautete: Zweimal "Happy Birthday to you" singen, dann ist man sauber.

Jetzt hat natürlich "Happy Birthday" wenn man nicht gerade Geburtstag hat, einen überschaubaren Unterhaltungswert. Also machten sich gewiefte Menschen daran, herauszufinden, welche Lieder einen Refrain haben, der 30 Sekunden dauert. Jetzt muss man sich nicht mehr langweilen am Waschbecken, denn man kann nun unter anderem wählen aus "Africa" von Toto, "Landslide" von Fleetwood Mac, "Jolene" von Dolly Parton oder "Love on Top" von Beyoncé. Für Fortgeschrittenere ist wiederum der Hinweis auf einem Spiegel, der gleich Noten und Text zu Schuberts "An die Musik" mitliefert. Man muss sich auch nicht wundern, wenn man aus dem Klo ein beherztes "God save our gracious Queen" donnern hört: Die britische Hymne hat auch die so praktische Länge. Spannend wird es, wenn mehr Personen nebeneinander waschen und singen. Aber vielleicht schlägt ja nun auch die Stunde des Kanons: "Es tönen die Lieder" würde ganz gut passen.