Im Film "Im Auftrag des Teufels" gibt es, knapp vor dem verblasenen Finale, eine erschreckende Szene: Anwalt Kevin Lomax (Keanu Reeves) geht durch die menschenleeren Straßen New Yorks zu seinem Auftraggeber, dem Teufel höchstpersönlich (Al Pacino).

"Wiener Zeitung"-Klassikexperten Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperten Edwin Baumgartner.

Einen ähnlichen Eindruck machte etwa die Wallensteinstraße am Dienstagabend. Keine Menschen auf der Gasse. Kaum ein Auto unterwegs. Gerade einmal die Straßenbahn Linie 5 fährt - mit nahezu leeren Garnituren.

Die Corona-Vorsichtsmaßnahmen greifen. Ob aus Angst oder aus Vorsicht: Die Menschen schränken ihre sozialen Kontakte ein.

Hingegen auf Facebook: Da empört sich ein User (geschlechtsneutral zu lesen) samt seiner zahlreichen Follower über die Einschränkung der Bürgerrechte.

Eine andere Seite entsetzt sich, dass in Corona-Zeiten niemand mehr über die Klima-Katastrophe redet, die weit bedrohlicher sei als das Virus, das lediglich medial gehypt würde.

Und eine Impfkritiker-Seite weicht von ihrem üblichen Schwerpunkt ab und erklärt die Ausbreitung des Coronavirus mit der Zahl von Handy-Masten. Das ist eindeutig ein Fortschritt, denn immerhin wird damit die Existenz von Viren zugegeben.

Insgesamt aber dürfte sich sogar auf Facebook als Devise durchsetzen, dass keine Panik angebracht ist, wohl aber Vorsicht. Und dass die Regierungen schon gute Gründe für die Empfehlungen und Maßnahmen haben werden. Derzeit bekämpft man das Virus am besten mit Vernunft.