Geht es also nach dem Fürstentum Monaco, soll das für Ende
Mai geplante Formel-1-Rennen in Monte Carlo stattfinden. Und auch die US-Rennsportserie
Nascar und die Leichtathletiker hoffen, den Betrieb im Mai wieder aufnehmen zu
können. Es sind dies Meldungen, die Hoffnung vermitteln sollen, aber eigentlich
nur Kopfschütteln auslösen. Denn so schnell, wie sich das die Organisatoren
vorstellen, wird es wohl nicht gehen.

Um das zu verstehen, genügt ein Blick auf China. Dort sind
seit Weihnachten mehr oder weniger die Schotten dicht, die großen Sportevents und
Turniere seit Jahresbeginn abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. So
finden etwa in der chinesischen Super League, in der auch Marko Arnautovic kickt,
seit 31. Jänner keine Fußballspiele mehr statt. Glaubt man den vorsichtigen
Prognosen des chinesischen Verbands, könnte der Ligabetrieb frühestens Anfang
Mai wieder aufgenommen werden.

Für den Sportbetrieb in Europa und den USA bedeutet das:
Nachdem die Chinesen dem Rest der Welt um sechs Wochen voraus sind und
ihrerseits erst für Mai mit einer Rückkehr in den Normalbetrieb rechnen, wird
sich das so, wie sich das Monaco und Co. vorstellen, nicht ausgehen. Eher ist
von einem Hochfahren des Sportbetriebs im Juni oder Juli auszugehen. In Brasilien,
wo Präsident Jair Bolsonaro die Absagen von Fußballspielen kürzlich noch als
"Hysterie" bezeichnet (und damit wenig Realitätssinn bewiesen) hat, dürfte es
länger dauern.

Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der Uefa, die Fußball-EM zu verschieben, nicht nur realistisch, sondern auch vernünftig. Was Olympia in Japan betrifft, könnte sich der Start am 24. Juli theoretisch ausgehen, allerdings werden viele Athletinnen und Athleten aufgrund der zahlreichen Absage von Qualifikationsbewerben ihre Limits nicht erreicht haben - und daher fehlen. Und das kann ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.