Auch wenn die EM-Verschiebung um ein volles Jahr der heimischen wie den anderen europäischen Ligen eine wichtige Verschnaufpause bringt: Dass die Saison noch einmal angepfiffen wird, ist immer noch ziemlich unwahrscheinlich. Spätestens in der letzten Mai-Woche müsste in Österreich gestartet werden, um bis 30. Juni zum Stichtag der geltenden Spielerverträge mit den zehn restlichen Runden fertig zu sein - ob mit oder ohne Zuschauer.

Falls es sich nicht ausgeht, liegt zumindest in der Meisterfrage eine pragmatische Lösung auf der Hand (die Salzburg und Rapid sicher nicht freuen wird). Da in 22 Runden schon jeder gegen jeden gespielt hat, sollte Tabellenführer LASK fairerweise den Teller bekommen, statt wie im Eishockey die Saison titellos zu beenden. Auch in anderen Ligen - etwa in England - wird so ein Weg (pro Liverpool) favorisiert, wobei es dort, wie überall anders auch, kein ausgeglichen abgeschlossenes Spielprogramm wie hierzulande mit dem Grunddurchgang gibt.

Außerdem gibt es einen internationalen Präzedenzfall: Partizan Belgrad wurde anno 1999 aufgrund der Nato-Luftschläge mit Uefa-Sanktus zum Meister erklärt. Übrigens zehn Runden vor Schluss, bei drei Punkten Vorsprung auf den Zweiten. Haargenau dieselbe Konstellation gibt es derzeit auch in Österreich. Irgendwann wird es eine Entscheidung brauchen, was im Fall der Fälle zu tun ist.