Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen - und was alle derzeit erleben, ist ungewöhnlich genug, dass auch die Fußballer-Gewerkschaft VdF Berufsspielern in Österreich zur Kurzarbeit rät. Dies könne zwar zwischenzeitlich zu Einnahmeneinbußen führen, sei aber allemal besser, als dass Vereine zusperren müssen. Genau das dürfte aber vor allem in unteren Ligen geschehen, die einerseits die Basis für den Sport darstellen, andererseits die Möglichkeit von Kurzarbeit nicht nutzen können.

Angesichts der Situation ist ein Blick auf die allergrößten Sportligen leider nicht immer hilfreich. So schlug etwa NBA-Commissioner Adam Silver ein Basketball-Spiel "für eine gigantische Spendenaktion" vor. Es gebe Gespräche, ob eine Gruppe von Spielern zu einer Benefizpartie antreten könnte. Voraussetzung wäre, dass die Partie als Geisterspiel ausgetragen und ein Protokoll erstellt würde, durch das bestimmte Profis auf das Coronavirus getestet und isoliert würden, um somit spielen zu können, sofern sie nicht infiziert wären. "Die Leute sind daheim eingesperrt, und ich glaube, dass sie Ablenkung brauchen. Sie müssen unterhalten werden", meinte Silver.

Doch was gut gemeint ist, muss nicht zwangsläufig als gut empfunden werden. Nachdem die NBA die Lage lange unterschätzt hatte, gab es zuletzt Kritik, dass Teams durchgetestet würden, während andere möglicherweise Sars-CoV-2-Infizierte lange auf entsprechende Sicherheit warten müssten. In diesem Fall eine Sonderregelung für eine der lukrativsten Ligen der Welt zu gewähren, wäre ein falsches Signal. Möglichkeiten, wie der Sport seiner Verantwortung nachkommen kann, gibt es auch so genügend. Doch wenn der Ausnahmezustand zur Regel wird, sollte die Regel nicht durch Ausnahmen gebrochen werden.