Nix ist mehr fix im ansonsten streng durchgetakteten Sport-Kalender. Aber wenn Fans (welcher Sportart auch immer) - so sie derzeit überhaupt die Muße haben an diese wichtigste/unwichtigste Nebensache zu denken - eine Orientierung haben möchten, wie es weitergehen könnte, empfiehlt sich ein Blick ausgerechnet zur Formel 1. Zugegeben, die Motorsport-Königsklasse taugte zuletzt wenig hinsichtlich Krisenbewältigung in Sachen Corona. Zwar gab es mit der Absage des China-Rennens ein erstes Fanal für die ganze Sportwelt, danach folgte jedoch das fahrlässige Festhalten am Rennen in Australien, das erst durch positive Covid-19-Fälle im Crew-Lager ein viel zu spätes Ende fand.

Aber nun scheinen die Verantwortlichen tabula rasa gemacht zu haben und haben - anders als so manche Fußball-Ligen, die nur zizerlweise nach hinten verschieben - den Saisonstart gleich auf 7.Juni (Baku) verlegt. Zugleich wurde das Rennen aller Rennen, der Grand Prix von Monaco, heuer komplett abgesagt. Letztlich soll ein abgespecktes Rennprogramm - höchstens 18 von 22 geplanten Grand Prix - in einer bis Dezember verlängerten Saison untergebracht werden. Das wird freilich noch schwer genug, auch für das Motoren-Spektakel in Österreich, das am 5. Juli in Spielberg über die Bühne gehen soll. Doch statt ewiger Hinhaltetaktik und Aufschieben Woche um Woche gibt es mit dem völlig über den Haufen geworfenen Rennkalender zumindest ein grob strukturiertes Szenario.

Glaubt man dem deutschen Virologen Jonas Schmidt-Chanasit, dann platzt freilich auch dieses. Der Mediziner entwirft nämlich hinsichtlich Profi-Fußball ein düsteres Bild: "Ich gehe fest davon aus, dass es erst wieder im nächsten Jahr stattfinden kann in dem Umfang." Schließlich würde eine rasche Wiederaufnahme "zu einer deutlichen Verschärfung der Situation führen".

Man wird sehen, wer recht
behält.