Je näher der Wiederanpfiff in der deutschen Bundesliga rückt, desto häufiger warnen nun Experten vor gesundheitlichen Schäden bei Profisportlern wegen des neuen Coronavirus. Besser also doch noch "no sports" - denn Sport könnte tatsächlich "Mord" sein?

Am Montag warnte etwa der Essener Kardiologe Tienush Rassaf vor Herzmuskelschäden bei unerkannt an Corona erkrankten Fußballprofis sowie vor möglichen Folgeschäden durch das Virus. Schließlich sei Leistungssport "eine Stresssituation für den Körper", weshalb die Gefahr bestünde, dass Organe geschädigt werden könnten, wenn die Abwehrfunktion geschwächt sei. "Trotz aller Tests: Im Endeffekt bleibt ein Risiko", erklärte der Kardiologe am Universitätsklinikum Essen.

Apropos erhöhtes Risiko: Obwohl es sich um einen Freiluftsport handelt (und die Virendosis entsprechend verdünnt ist), würden Fußballer nebst einem infizierten Mit- oder Gegenspieler gefährlich leben. Denn der Gasaustausch bei Profis sei enorm, "man atmet richtig tief in die Lunge hinein. Und dort ist direkt der Ort, an dem schwere Schädigungen stattfinden können", erklärte jüngst der deutsche Sportmediziner Wilhelm Bloch. Somit könnten die Sars-CoV-2-Viren womöglich nicht wie normalerweise im Rachen, sondern gleich in der Lunge aktiv werden und dort entsprechend höheren Schaden anrichten. "Ein Sportler sollte sich schon Gedanken darüber machen, dass eine Infektion das Karriereende sein kann", so Bloch.

Eine (eindringliche) Warnung, nicht mehr und nicht weniger - denn bei vielen Parametern der Pandemie tappen die Wissenschafter noch absolut im Dunkeln. Erst recht im de facto stillgelegten Spitzensport. Im Endeffekt liegt es an der Eigenverantwortung eines jeden Sportlers, Ja oder Nein zu sagen. Aber man kann sich schon jetzt ausrechnen, dass die Mehrheit zu Ersterem tendieren wird.