Da wird wochenlang herumverhandelt, werden seitenlang strenge Hygienebestimmungen und andere Richtlinien ausgearbeitet - und dann stellt sich kurz vor Wiederanpfiff des Fußballbetriebes heraus, dass alles letztlich auf Freiwilligkeit der Akteure hinausläuft. Und das ist auch ganz gut so. Denn wer geglaubt hat, dass etwa Schiedsrichter sanktionistisch eingreifen würden, wenn es Verstöße beim Spuckverbot oder beim (zu kuscheligen) Torjubel gibt, der irrt gewaltig.

Abgesehen davon, dass Ermahnungen, Verwarnungen oder gar Spielausschlüsse bei "Corona-Fouls" durch das Fifa-Reglement nicht gedeckt wären, kommt von den deutschen Bundesliga-Referees - dort geht es ja am Wochenende los - eine Absage aus ganz simplen Gründen: "Ich muss das Spiel leiten", meinte Schiedsrichter Marco Fritz zur "Sport Bild". Tatsächlich würde es die (in Deutschland dank Videobeweis) zuletzt ohnedies überforderten Unparteiischen arg überlasten, müssten sie ihr Augenmerk auch noch auf alle Details des Corona-Vermindungskonzepts auf und neben dem Platz legen.

Womit umgehend die Frage aufkommt, wer dann? Und hier graut allen vor der Vorstellung, Gesundheitsbehörden oder gar die Polizei (die zuletzt irritierenderweise schon beim LASK-Training aufgetaucht ist), könnten - angestachelt von ganz genau auf Kicker-Münder, -Nasen und -Hände schauenden Vernaderern - nachträglich mit happigen Strafen aktiv werden. Per Corona-Videobeweis sozusagen. Bleibt zu hoffen, dass solche Szenarien im Sinne des Sports ausbleiben - auszuschließen sind sie, wie die Erfahrung lehrt, freilich nicht.