Was haben Anna Veith und Sebastian Vettel gemeinsam? Auf den ersten Blick einmal nicht viel - außer dass sie beide höchst erfolgreich in ihrem jeweiligen Sport waren, zuletzt aber aus diversen Gründen ihre angestrebten Ziele nicht mehr erreicht haben. Bei Vettel waren es ein Ferrari-Team samt Bolide, denen lange die Mercedes-Konkurrenz davonfuhr, sowie, natürlich, auch eigene Fehler, bei Veith diverse Verletzungen, die die Olympiasiegerin von 2014 nicht mehr an ihre früheren Leistungen anschließen ließen. Nun verlässt der eine sein Team, die andere steht offenbar kurz vor ihrem Rücktritt, was auch bei Vettel nicht auszuschließen sei, wie manche vermuten.

Nun sind solche Mutmaßungen freilich nicht von der Hand zu weisen. Gerade bei Veith fragt man sich schon länger, wieso sie sich nach einer Leidensgeschichte, die schon 2015 mit einer Quasi-Komplett-Zertrümmerung des Knies begann und mit einer neuerlichen Operation 2017 sowie einem weiteren Kreuzbandriss 2019 ihre Fortsetzung fand, den Skizirkus überhaupt noch angetan hat. Ein noch für Mai anstehender Rücktritt -, von dem der ÖSV-Medienpartner "Krone" (derselbe übrigens, der vor Jahren angesichts des Zerwürfnisses zwischen der dreifachen Weltmeisterin und dem Skiverband von einem Nationenwechsel wissen wollte) als Erster Wind bekommen haben wollte, noch bevor Veith sich dazu geäußert hatte - wäre daher alles andere als überraschend.

Bei Vettel weiß man schlicht nicht mehr, als dass das Experiment mit Ferrari schiefgegangen ist (und Alternativen bei Topteams knapp werden). Was die beiden aber trennt: Bei Veith wird als Grund für ihren möglichen Rückzug schon die Familienplanung genannt. Sie habe zuletzt über Kinderwunsch gesprochen, weiß die "Krone" - als ob damit alles geklärt wäre.