Danny Rose hat natürlich recht. Und auch wieder nicht. Denn während die englische Premier League ihre Pläne vorantreibt, den Fußball auf der Insel Mitte Juni wieder rollen zu lassen (ob am 12. oder 19. Juni ist noch nicht entschieden), ist Rose einer jener Profis, die Kritik daran üben. Fußballspieler, sagte er im englischen Podcast "The Lockdown Tactics", würden behandelt "wie Laborratten oder Meerschweinchen", die letztlich nur der Unterhaltung dienten. Er selbst hätte Bedenken, so zu tun, als wäre nichts, und die Liga einfach fortzusetzen. "Ich kann mir vorstellen, dass die Leute zu Hause sagen: Fußballer verdienen so viel, also sollen sie auch zurückkehren. Aber für mich ist es den Aufwand nicht wert", sagte Rose - und das ist freilich eine legitime Sicht.

Andererseits: Wenn Menschen wieder in Kaffeehäuser und bald auch wieder in Schwimmbäder und auf Veranstaltungen gehen dürfen, ist es schwer vermittelbar, warum Fußballer, die permanent kontrolliert und getestet werden und ansonsten in quarantäneähnlichen Situationen leben, nicht ihrer Arbeit nachgehen sollten. Die Trainingsplätze seien "der sicherste Ort der Welt", meinte zuletzt auch Liverpool-Coach Jürgen Klopp.

Natürlich sind die Spieler dabei Teil einer großen Unterhaltungsindustrie, an der TV- und Sponsorengelder teilhaben und etliche andere Wirtschaftszweige (Textilbranche, Gastronomie, Hotellerie etc.) hängen. Nicht zuletzt das rechtfertigt schließlich auch die Gehälter. Das kann man nun - im Sinne eines notwendigen Wachstums und der Wirtschaftsentwicklung - gut finden oder - im Sinne der Kommerzialisierung - schlecht. Doch dass die Erkenntnis eines Profifußballers, man diene (lediglich) der Unterhaltung, erst jetzt kommt, ist bestenfalls scheinheilig.