Nein, hier ist nicht von Österreich die Rede - denn sollte man es in den Anfängen der Corona-Turbulenzen übersehen haben, die Schweiz hat im März die rot-weiß-rote Skination an vorderster Front abgelöst. Zumindest nach Punkten im Nationencup. Denn was die Eidgenossen in den vergangenen Tagen in Sachen Ski abgeliefert haben, lässt massive Zweifel aufkommen, ob sie dieser Führungsrolle überhaupt gerecht werden können. Denn die Schweiz hat es tatsächlich geschafft, ihr traditionsreichstes und wichtigstes Rennen - jenes am Lauberhorn - durch einen unnötig in der Öffentlichkeit ausgetragenen Streit ziemlich in Verruf zu bringen. Schaden für alle Beteiligten inklusive. Nach jahrelangem Streit mit dem Wengener Organisationskomitee ums Geld (worum sonst?), hatte sich die Lage jüngst massiv zugespitzt, indem der Schweizer Skiverband die Traditionsveranstaltung für übernächste Saison aus dem FIS-Kalender streichen ließ. Und fast im selben Atemzug ein mögliches Ersatzrennen in Zermatt - als neue, längste Weltcupabfahrt - aus dem Hut zauberte. Dabei hat Wengen sogar zehn Lenze mehr auf dem Hundschopf (respektive Buckel) als das Hahnenkamm-Rennen, das heuer "erst" 80 wurde. So etwas lässt man also nicht leichtfertig sterben - und doch wäre es offenbar dazu gekommen, wenn nicht urplötzlich noch ein Gönner eingesprungen wäre und den Streit per Öffnung seiner Geldbörse beendete. Konkret spendete der Unternehmer Jörg Moser 300.000 Franken (283.259 Euro) für die gute Skisache in der Schweiz.

Auch in "normalen Zeiten" wäre das Ganze eine Peinlichkeit sondergleichen, dass ein solches Sport-Nationalheiligtum in einem der reichsten Länder der Welt derart gestützt werden muss. In einer massiven Krisensituation wie aktuell ist es letztlich nur ein Schauspiel zum Schämen.