Elf Jahre sind eine sehr lange Zeit. Vor allem, wenn diese Jahre, wie das Beispiel Rapid zeigt, ohne Meisterteller im Regal enden. Bei den Grün-Weißen wurde dieses Szenario zuletzt zwischen 1969 und 1981 Realität, als man sich regelmäßig dem Stadtrivalen Austria (und den Tiroler Teams Wattens und Innsbruck) hatte geschlagen geben müssen. Heute, vier Jahrzehnte später, war und ist Red Bull Salzburg der Verein, der den Wienern immer wieder die Trophäe wegschnappt.

Um also dem Negativrekord von 1981, als man das 13. Mal in Folge in Sachen Meisterschaft versagt hat, nicht zu nahe zu kommen, muss bei Rapid eine Trendwende her - und das am besten noch heuer. Dabei ist die Taktik, der sich Coach Didi Kühbauer - auch wenn er das nicht zugeben will - bedienen könnte, alles andere als sportlich. Und die lautet so: Sollte der führende LASK aufgrund der verbotenen Mannschaftstrainings mit einem deftigen Punkteabzug belegt werden, wären die Grün-Weißen nur noch vier Zähler hinter Titelverteidiger Salzburg, der dann an der Spitze läge. Die Revanche dafür, dass Salzburg fünfmal vor Rapid den Titel geholt hat, wäre so möglich. Ein Sieg beim ersten Gastspiel am 3. Juni in der Bullen-Arena könnte da den Startschuss geben.

Wobei, selbst wenn sich Rapid in der Tabelle vor den Serienmeister schieben und dank LASK-Strafe Meister werden sollte - so ganz ehrlich verdient wäre dieser Titel nicht. Eben, weil er nur dank einer Punktestrafe erreicht worden wäre. Dass sich Rapid in der Trainingsaffäre in die erste Reihe der Kritiker gestellt und "drakonische Strafen" gefordert hat, kommt da noch erschwerend hinzu. Ums Fairplay ging es da wohl nicht, eher um Eigennutz.