Hartnäckigkeit, dein Name sei Salzburger Festspiele. Vor einigen Wochen, als die großen Festivals der Reihe nach ihre 2020er-Saison absagten, stand ein Fels in der Pandemie-Brandung: Die Salzburger Festspiele wollten nicht just ihre 100-Jahr-Jubiläumsausgabe aufgeben. Die Geduld und wahrscheinlich die Nerven aus Stahl haben sich ausgezahlt: Wer Dienstag Mittag die Homepage der Festspiele aufrief, sah ein symbolisches Video, in dem Mitarbeiter Tore putzen und öffnen. Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser hatten da schon ihr verschlanktes Programm vorgestellt - das gar nicht so schmal ausgefallen ist wie erwartet. 110 Vorstellungen wird es im August geben, davon zwei Opern und drei Theaterproduktionen sowie einige Konzerte.

Mit Spannung wurde aber auch das Sicherheitskonzept erwartet, das die Salzburger vorlegen. Es wird nun Maskenpflicht herrschen - überall abseits des Sitzplatzes. Abstand muss gehalten werden, dafür sorgen auch gelichtete Sitzreihen. Die Karten werden personalisiert, und man muss seinen Ausweis beim Eintritt zeigen. Damit soll es einfacher werden, im Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus alle eventuellen Kontaktpersonen zu erreichen.

Man kann die Salzburger Festspiele wohl als Testballon ansehen. Und den braucht es bei aller Vorsicht tatsächlich auf dem Weg in eine Normalisierung im Kulturbereich. Die Personalisierung der Tickets ist sicher eine attraktive Lösung, die manch andere Institution aufgreifen wird.