Wo Hilfsgelder wirklich ankommen, zeigt mitunter erst die Bilanz im Nachhinein. Von den 9,7 Millionen Euro an Sonderförderung für die Tageszeitungen gingen 6,6 Millionen an die großen drei heimischen Boulevardmedien: "Kronen Zeitung", "heute" und die Mediengruppe "Österreich". Die Qualitätszeitungen haben den kleinsten Teil vom Kuchen bekommen.

Das ist nicht einfach so passiert, es ist eine Folge der Konstruktion der Presseförderung an sich. Diese setzt vor allem beim Vertrieb und beim Druck an. Schon vor Jahren war klar, dass man diesen Bereich massiv ausbauen und reformieren wird müssen, wenn man nicht will, das die österreichischen Medien eines um das andere verschwinden. Studien wurden bestellt und wieder schubladisiert, als festgestellt wurde, dass man die Förderung eigentlich verfünffachen müsste. Jetzt mit Corona ist freilich Feuer am Dach. Nun kann man Versäumtes schwerlich von heute auf morgen nachholen und muss eben an den Schrauben drehen, die zur Verfügung stehen.

Die am Freitag bekannt gewordene Senkung der Umsatzsteuer auf 5 Prozent - neben der Gastronomie und Hotellerie - auch für Kultur und Medien ist ein weiterer Schritt der Entlastung. Wenngleich einer, der nicht die Qualität fördert. Im Medienbereich ändert sich damit freilich im Grundsatz nicht viel. Die Situation, dass hochqualitative Berichterstattung in einem kleinen Markt immer noch so gut wie nicht mehr zu finanzieren ist, wird man nur wenig verbessern können.