Es ist ein Bild, das man so nur aus ostasiatischen Städten kennt. Regelmäßig versammeln sich in den Parkanlagen Pekings, Tokios oder Seouls bei guter Witterung Gruppen von Menschen, um hier gemeinsam Tanzeinlagen, Yoga- und Ballübungen zu verrichten. Auf europäische Touristen wirkt das kollektive Training auf den ersten Blick etwas befremdlich, doch könnte sich die Einstellung - zumindest hierzulande - sehr bald ändern. Grund dafür ist die erstmals flächendeckend in ganz Österreich durchgeführte Aktion "Bewegt im Park", die bereits zum fünften Mal organisiert wird und rund 70.000 Teilnehmer anlocken soll. Wie die Veranstalter am Dienstag ankündigten, werden bis 15. September an 170 Standorten 500 Kurse durchgeführt und von Trainern des ASKÖ, ASVÖ sowie der Sportunion betreut.

Allein, was der Spaß kostet, wird nicht gesagt. Aber das ist auch nicht so wichtig, zumal es ja um die Gesundheit der heimischen Bevölkerung geht. Wobei, so wirklich nachhaltig verbessern wird sich die Volksgesundheit mittels "Corona-Sport" auch nicht lassen, erstens, weil sie zeitlich befristet ist und, zweitens, weil sie im besten Fall maximal ein Prozent der Bevölkerung erreicht. Womit wohl auch der Wunsch von Sportunion-Boss Peter McDonald, dass dank dieser Aktion "jeder Österreicher eigenverantwortlich einen Beitrag leisten" könnte, ein Wunschtraum bleiben dürfte.

Dabei war es die Sportunion, die vor knapp 70 Jahren, im Jahr 1952, eine viel nachhaltigere Idee geboren und vorgeschlagen hatte - die tägliche Turnstunde. Nicht nur würde dadurch allein an den Schulen mehr als eine Million Menschen erreicht, sondern auch in die körperliche Entwicklung des heutzutage nicht mehr allzu fitten Nachwuchses investiert. "Bewegt im Park" ist zweifellos eine gute Aktion. Vielleicht führt sie ja dazu, dass sich bald auch in den Schulen mehr "bewegt".