Diese Woche wurde endlich das Eis des Jahres präsentiert. Es sind zwei Sorten: Mohneis - quasi das Waldviertler Stracciatella - und Erdbeerjoghurt-Eis. Warum, weiß man nicht. Macht aber nichts. Wenigstens mit Geschmack, könnte man auch sagen. In München gibt es nämlich den neuesten Toptrend für fitnessbewusste Schleckermäuler: Leitungswassereis. Das gibt es beim wohl nicht zufällig so heißenden "verrückten Eismacher" Matthias Münz. "Gefrorenes Leitungswasser am Stiel mit null Kalorien", erklärt er das ausgeklügelte Rezept, gibt freilich auch zu bedenken: "Schmeckt aber nur nach Wasser."

Wie viel das kostet, hat Münz in dem Interview nicht verraten. Dafür hat er seine Corona-Spezialsorten angepriesen: das Corona-Eis und das Zement-Eis. Ersteres hat eine Biernote mit einem Hauch von Limette, Zweiteres ist ein graues Sesameis. Es ist "stuhlhärtend", "wodurch man Toilettenpapier spart und nicht mehr hamstern muss".

Ein Paradigmenwechsel wäre das Zementeis aber erst, wenn es auch wirklich nach Beton schmeckt. Das würde, nach Jahren des Basilikum-Weihrauch-Melanzani-Experimentierens, neue Toren öffnen. Endlich grauslich schmeckendes Eis, das auch so heißt! Wie wäre es mit einem Schlamm-Holzkohle-Coup mit Hydrokugerlstreusel? Oder einem Ohrenschmalz-Nacktschnecken-Split? Man könnte auch die Leitungswasser-Idee weiterverfolgen, mit Abgestandenem-Blumenwasser-am-Stiel. Erdbeerjoghurt-Eis kann ja wirklich jeder essen.