In vielen Haushalten lagern ungenutzte und oft vergessene historische Schätze. Die Rede ist von alten Acht-Millimeter-Filmen, deren Herstellung in den 1960er und 1970er Jahren ein populäres Massenphänomen war. Nur wenige Minuten lang, oft auch ohne Ton gewähren sie einen im Zeitalter der HD-Handys ungewohnt reizdeprivierten Blick in die Vergangenheit. Oft sind es aber die einzigen existenten Bewegtbilder von Personen, deren Geburtsjahr noch mit einer 18 begann - und somit ein wichtiges, oft nicht wertgeschätztes, Relikt. Das steirische Universalmuseum Joanneum macht sich nun auf die Suche nach diesen Schätzen und ruft zur Sammlung von Schmalfilmaufnahmen aus den 1920er bis 1990er Jahren auf. Diese stellen heute bereits wichtige Dokumente der österreichischen Zeit- und Alltagsgeschichte dar. Der Clou dabei: Wer seine Filme "spendet", bekommt sie auf DVD digitalisiert zurück.

Das ist insofern ein "lukratives" Angebot, da heute kaum mehr funktionale Projektoren vorhanden sind, die die Laufbilder wieder zum Leben erwecken könnten. Im Rahmen des Projektes "Steiermark privat" kann man an 16 Stellen Material abgeben, kostenlos digitalisieren lassen und zugleich diese Quelle der steirischen Alltagskultur und -geschichte erhalten und für kommende Generationen verfügbar machen. Eine gute Idee, die gerne Schule machen darf.
Das Filmarchiv Austria hat bereits mehrere Suchaufrufe im Burgenland, Niederösterreich und Salzburg gestartet.